Formative Körperarbeit

Unsere Erinnerungen und Erfahrungen sind nicht nur in unserem Geist gespeichert, sondern sie prägen unseren Leib und unser Leben. Wir verkörpern sie in immer neuen Formen, die wir in unserem Leibgedächtnis gespeichert und eingekörpert haben und in gleicher oder ähnlicher Weise immer wiederholen. 

Der Körper, ein einverleibter Prozess... 
Die vierjährige Ausbildung am ZFW zur dipl. Psychosozialen Beraterin in Organismisch-Integrativer Formativer Beratung und die einjährige Ausbildung in körperorientierter Beratungs- und Therapiearbeit mit Frauen haben meine beraterische Tätigkeit und meine Gruppentätigkeit mit Körperarbeit stark geprägt. Das ganzheitliche Ausbildungsmodell wurde von den Leiterinnen des Zentrums für Form und Wandlung in Zürich entwickelt und basiert auf dem Lebensstilkonzept von Alfred Adler und der Formativen Psychologie nach Stanley Keleman. In dieser Methode wird der Unterschied des biologischen Lebensprozesses, auch Schicksal genannt, und der Art, das Leben schöpferisch und persönlich zu gestalten, deutlich hervorgehoben. Wie kann ich mein Leben schöpferisch gestalten, ist hier die Frage?

Das ganzheitliche Konzept der formativen Psychologie nach Stanley Keleman und Alfred Adler beinhaltet die drei Wirkungsebenen von Körper, Geist und Seele als Grundlage. A. Adler sprach von der formbildenden Kraft im Wachstumsprozess eines Kindes. Er sah den Menschen als körperlich-geistige Einheit, der auf Grund seiner Erfahrungen ein individuelles Be-wegungsgesetz herausbildet, den sogenannten Lebensstil. Diese verinnerlichten Gesetzmässigkeiten des Lebensstil wirken als charakteristische Komponenten und werden vom Einzelnen individuell verkörpert. 
Die formative, somatisch orientierte Psychologie nach Stanley Keleman ist in Konzept und Methodik in der Biologie verankert und integriert die neuesten Erkenntnisse aus der Hirnforschung. Wie Dr. Stone, der Begründer der Polarity-Therapie, versteht er Anatomie auch als dynamischen Prozess von Form und Wandlung. Durch geistige Einwirkung mit willentlich muskulärem und kortikalem Einfluss hat der Mensch die Möglichkeit, diesen universellen Gestaltungsprozess zu beeinflussen. Er kann sein innewohnendes Potenzial beeinflussen, das heisst, er kann Künstler seiner eigenen Gestalt werden im Prozess, die eigene Entwicklung in eine bestimmte Richtung zu lenken. Der somatisch-emotionale Formungsprozess, in dem der Lebensstil entsteht, hat als Basis die genetisch vorgegebenen universellen und menschlichen Wachstumsinformationen und die individuelle Konstitution aus dem familiären Erbe. 
In der Formativen Körperarbeit können sowohl körperliche Beschwerden reguliert werden sowie auch in der Gesprächsbegleitung die dahinterliegenden Konflikte und Schwierigkeiten aufgenommen und reflektiert werden, so dass sich eigene Lösungsmöglichkeiten zeigen, die zu innerem Wachstum, Selbstbestimmung und Eigenständigkeit führen. 
siehe unter: www.oip.zfw.com